Aus der Redaktion
Sie schnürt uns die Luft ab und lässt das Herz rasen, den Schritt stocken und den Schweiß auf die Stirn treten: die Angst. Als Schutzmechanismus schärft sie jedoch auch unsere Sinne, liebe Leserinnen und Leser. Lässt uns Auswege aus bedrohlichen Situationen finden, ist lebensnotwendig und archaisch. Als biologisch verankertes Reaktionsmuster begleitet sie uns ein Leben lang und hat letztlich in der Geschichte der Evolution wesentlich zum Überleben des Menschen beigetragen.
Bei unserer Beschäftigung mit Zukunftsperspektiven ist die Angst deshalb ebenso wenig wegzudenken wie ihre „Schwester“ Hoffnung. Für uns ein Grund, uns mit der Schriftstellerin Gudrun Pausewang über die Frage zu unterhalten, wieso sie in ihren sozialkritischen Kinderund Jugendbüchern so gezielt Horrorszenarien einsetzt. Und auf was man hoffen kann.
Über das Stadium des Hoffens hinaus sind dagegen die Frauen eines Frankfurter Projekts, die sich fast sprichwörtlich ihre Zukunft nach Maß selbst schneidern. Aus einem „alten Leben, das Chaos war“ auf einen „Platz, wo ich hingehöre“ und „meinen inneren Frieden finde“, wie eine von ihnen sagt.
Christen können im Glauben ihre Angst überwinden und haben einen anderen Blick auf die Zukunft – wie ein schwerstkranker Mann in einem unserer Interviews verdeutlicht. Geborgen in der Liebe Gottes habe er gelernt, direkter, freier und gelassener mit seinem Leben, der Zukunft und, im Ansatz, mit seinem Tod umzugehen. Diese Sichtweise lässt offener in die Zukunft schauen. So erhalten die uralten christlichen Bilder von Kreuz und Auferstehung ihren richtungweisenden Sinn.
Herzlich
Ihr
Rainer Didszuweit
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