Aus der Redaktion
Bei unserer Entscheidung, dem „Event“ ein Schwerpunktthema zu widmen, hatten wir zunächst das große Bohei vor Augen – wie beispielsweise den Comedian Mario Barth, der es schafft, kleinste Alltäglichkeiten aus dem Leben mit der „Freundin“ zu erzählen und dabei das Berliner Olympiastadion zu füllen. Oder die Fußballweltmeisterschaft, die glauben machte, ab jetzt seien alle Fremden hier zu Gast bei Freunden. Und nicht zuletzt abgefahrene Hochzeitsfeiern zu bester Sendezeit bei den Privaten.
Bei näherem Hinschauen, liebe Leserinnen und Leser,
entdeckt man hinter dem Boom von Events, der immer mehr vom gesellschaftlichen in den ganz privaten Bereich überschwappt, jedoch Tiefgründigeres: Auch Feste und Feiern strukturieren das Leben und geben ihm eine Geschichte. Sie schaffen Orientierung, lassen genießen und schenken Erinnerungen, die stärken.
Kleine familiäre Besonderheiten beim Weihnachtsfest, Einschulung, Konfirmation, der erste Arbeitstag oder Kuss, Heirat oder runde Geburtstage sind im Lebenslauf Höhepunkte, kennzeichnen Einschnitte und Einbrüche, machen Entwicklungen öffentlich. Aber auch Ereignisse, die erschüttern und innehalten lassen, sind Meilensteine auf den Lebenswegen. Trennungen und Tod, Verlust des Arbeitsplatzes oder ein verpatztes Schuljahr geben uns die Chance, zu wachsen, Richtungen zu ändern oder einfach nur innezuhalten.
Solche Stunden und Tage schaffen Gefühlen von krachender Freude bis tiefer Trauer Platz. Sie halten uns einen Spiegel vor, in dem wir erkennen können, wie wichtig wir uns selbst sind. Und welchen Platz wir unseren Mitmenschen einräumen.
Herzlich
Ihr
Rainer Didszuweit
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