Aus der Redaktion
Kaum ein anderes Thema, liebe Leserinnen und Leser, ist derart komplex wie das Lernen. Und selten fokussieren sich gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen in einer solchen Schärfe – und ebenso unser Bemühen, sie angemessen zu verstehen und zu gestalten.
Da ist der diesjährige 200. Geburtstag des Naturwissenschaftlers Charles Darwin nur eines von vielen plastischen Beispielen: Seine Evolutionstheorie lässt nicht nur viele faszinierende Einsichten in die Entwicklung der Arten gewinnen. Auch rassistische Irrlehren versuchen von ihm her, biologische Überlegenheiten über andere Völker und Religionen abzuleiten. Und aus Angst Kapital zu schlagen. Oder es geht um Unterordnung: etwa unter die dogmatische Kurzsicht, die Bibel beschreibe buchstäblich das Werden der Welt – und Gott sei nicht fähig, eine Evolution zu bewerkstelligen.
Angst und selbst auferlegte Denkverbote sind jedoch seit je her schlechte Weggefährten fürs Vorwärtskommen. Das belegen nicht nur die Hirnforscher, sondern erfahren auch Alte wie Junge, die in einem „Selbstverteidigungskurs“ das Sprichwort, Hans lerne nimmermehr, was Hänschen nicht lernte, Lügen strafen.
Doch beim Lernen geht es nicht nur darum, Wege aus drohender Gewaltanwendung, Krisen, sozialen Nöten oder Klimakatastrophen zu finden. Technokratische Lösungsmodelle greifen zu kurz. Kann sein, dass letztlich nur Religion und Ethik tragen. Das wäre dann die Moral von der Geschicht’...
Herzlich
Ihr
Rainer Didszuweit
|