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echt
Die erste Liebe kann phänomenal sein – aber auch frustrierend. Was das mit Toleranz zu tun hat, werden Ältere vielleicht nicht Philipp (17): „Es fing schon nach ein paar Wochen an: das Gefühl, umklammert zu sein. Ich war das überhaupt nicht gewohnt, denn sie war ja meine erste Freundin. Lange hatte ich um sie gekämpft. Mich auf dem Schulhof unsterblich verliebt in sie. Vielleicht sind Frauen ja so gestrickt, dass sie immer mehr wollen, je länger man mit ihnen zusammen ist. Ich hab dann aber klar Grenzen gesetzt. Das hat unsere Beziehung gerettet. Sie hat vieles akzeptiert – natürlich flossen am Anfang Tränen. Aber auch ich habe zurückgesteckt – mich weniger mit Freunden getroffen und mehr Zeit mit ihr verbracht, bin auch mal mit ihr samstags shoppen gegangen, obwohl ich überfüllte Einkaufsläden hasse wie die Pest. Meinen Sport im Judoklub hab ich aber nicht eingeschränkt. Das wäre nicht gegangen, die Kröte musste sie schlucken. Da hat sie auch nichts zu suchen – das ist so was wie ein Heiligtum für mich, mein persönlicher Freiraum. Ich glaube, dass man vor allem viel reden muss, wenn man so lange zusammen sein möchte wie wir: fast zwei Jahre. Irgendwann hängt der Himmel eben nicht mehr nur voller Geigen und man muss die Toleranzschwelle erhöhen, weil einem plötzlich immer mehr Sachen auffallen, mit denen man nicht so gut kann. Ob ich das mein ganzes Leben lang so möchte, weiß ich noch nicht. Wenn ich meine Eltern anschaue, die demnächst Silberhochzeit feiern, kommen mir da manchmal Zweifel. Aber ich bewundere sie auch, dass sie das geschafft haben, obwohl sie so unterschiedlich sind. Im Moment ist so ein Leben mit Kompromissen für mich okay, denn meine Freundin gibt mir viel, was ich sonst vermissen würde. Natürlich will sie mich hier und da immer noch vereinnahmen. Dann muss man eben einfach streiten – auch wenn’s mal sehr laut wird und einer für zwei Tage beleidigt ist. Und wenn mir alles mal wieder komplett auf den Geist geht und ich mir ausmale, wie schön und unkompliziert es doch ohne Freundin wäre, erinnere ich mich an das Gefühl vom Anfang: an den ersten Kuss und an den Moment, wo ich sie stolz meinen Freunden präsentiert hab. Dann wird mir wieder klar, wie viel sie mir wert ist.“ Jasmin (16): „Ich war mit meinem Freund knapp einen Monat zusammen. Es war mein erster richtiger Freund. Er hat ziemlich viel für mich gemacht. Er hat mir geholfen, als ich Schulstress hatte. Er hat auch mal mit mir gelernt und er hat mir zugehört. Mein Leben hat sich mit ihm verändert. Ich war gebundener. Vorher musste ich auf niemanden Rücksicht nehmen. Während unserer Beziehung habe ich dann schon mal gesagt, okay. ich lass jetzt mal was anderes weg und treffe mich mit meinem Freund. Ich wollte eigentlich von Anfang an vermeiden, meinen anderen Freunden wegen ihm abzusagen, aber es ist dann doch ab und an vorgekommen. Einerseits ist es gut, wenn man gebundener ist, weil man dann wirklich eine Anlaufstelle hat, andererseits steht man immer so unter Druck. Wenn man zum Beispiel mal keine Lust hat und der Freund sich trotzdem treffen will. Leider wollten meine Freunde nichts mit ihm zu tun haben. Ich habe mal versucht, mit ihnen darüber zu reden, aber das hat nicht geklappt. Es hat mir ziemlich weh getan, als viele Freunde sich dann von mir distanziert haben. Ich dachte, wenn das so weitergeht, stehe ich irgendwann ohne Freunde da. Ich habe mir dann überlegt, was mir wichtiger ist: Freund oder Freunde und habe mich für die Freunde entschieden. Freunde hat man f Aufgezeichnet von:
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erschienen
in echt, 4. Quartal 2008
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