Titelbild: das schwarze Schaf

Toleranz:
gelten lassen

Die Artikel aus dem Heft 4/2008 gibt es hier

echt Interview
Es muss auch mal gerüttelt und geschüttelt werden
Bundesliga-Schiri Lutz Wagner über Fair Play, Fouls und Fähigkeiten
... »

echt Liebe

„... obwohl sie so unterschiedlich sind.“
Die erste Liebe kann phänomenal sein – aber auch frustrierend. Eine ungeschminkte Bestandsaufnahme ... »

echt taktvoll

Das schwere Lied der Liebe
Wir singen das Lied von Großeltern und erwachsenen Kindern. Das Lied vom ewigen Kind und der Qual der Toleranz. ... »
echt bedenklich

„... zu blöd, zu überleben.“
ManuEla Ritz ist eine schwarze Deutsche. Das lässt sie manchmal aus einem anderen Blickwinkel auf unsere Gesellschaft schauen
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echt Glaube kompakt

Lied aus der Haft
Wie sollen Christen sich der Welt gegenüber verhalten? Selbstbewusst, tolerant, gleichgültig? Paulus kannte seine Pappenheimer, denn er kannte sich selbst ... »

echt Dialog

„Ich verstecke meine Religion nicht ...”
Ein echter Dialog zwischen Christen und Muslimen fordert Offenheit von beiden Seiten. Wer ihn wagt, erlebt oft Erstaunliches ... »

echt genasführt

Schwer erziehbar
Erziehung – irgendwie ein seltsames Wort. Manchmal habe ich das Gefühl, dass meine Kinder geschickter sind als ich, weil sie uns Eltern auch erziehen ... »

echt Glaube

Von der Toleranz Gottes

Wo immer er auftritt, die Menschen sind begeistert. Der Friedensnobelpreisträger und frühere Erzbischof Desmond ... »

echt Pro und Kontra

Angehörige, wenn möglich, zu Hause pflegen?

Frohmut Menze vs. Johanna Müller... »

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Aus der RedaktionJ. Rainer didszuweit, Redaktionsleiter (Foto: Richard Menzel)

Finden Sie in den Kniekehlen hängende Hosenböden oder gut sitzende Designer-Jeans chic? Bevorzugen Sie eher den Trauschein oder das Single-Dasein? Als Mann den Mann, als Frau die Frau? Gebührt dem Minarett die Augenhöhe mit dem Kirchturm? Ist Gott ein Christ oder Moslem?

Was machen Sie nun, liebe Leserin oder Leser, wenn wir auf den folgenden Seiten gerade jenen Raum und Stimme verleihen, die das genaue Gegenteil Ihrer Meinung vertreten? Spätestens dann ist Schluss mit lustig. Und auch das beliebte Ausweichen auf einen Meinungsaustausch à la „theoretisch gesehen“ wird schnell als nicht besonders mutiger Ausrutscher bewertet. Auch wenn in der „Praxis vielen Menschen die Theorie doch lieber ist als die Praxis“ – wie der Schriftsteller Ernst Ferstl mal sinnig anmerkte.

Denn das Thema „Toleranz“ hat längst den Kreis heimeliger Debattierklubs verlassen. Unser ehemals begrenzter Horizont wird täglich mit dem Blick auf fremde Kulturen, gelebte Werte und Rituale gesprengt. Und das nicht nur medial, sondern schlicht nach dem Verlassen des Hauses. Und sofort – so haben wir das gelernt – sortieren wir in „richtig“ und „falsch“, „das machen wir mit“ oder „so nun gar nicht“. Und spüren, dass es so einfach wiederum nicht geht, dass der eigene Standpunkt schwerlich so souverän ist, dass er den des anderen gelassen mittragen würde. Denn es geht nicht um Beliebigkeit oder desinteressiertes Gewähren-Lassen. Sondern um Klarheit, Abgrenzung, Freiräume und – in der Sache unbequeme, aber konstruktive – Regeln. Wie Gemeinschaft. Dafür zumindest plädierte Bundesliga-Schiri Lutz Wagner im Gespräch mit uns.

Und nun zum Schluss die „Jesus-Kurve“, mit der ich bravourös die Richtung von der Toleranz zum „lieben Gott“ kriege? Könnte sein. Aber meines Erachtens ist es sogar das Kernthema von Toleranz: die von Bischof Tutu aufgeworfene Frage, ob Gott ein Christ ist. Ob seine Größe und Weite in unsere Lehren, Regeln und Katechismen passt.



Ich grüße Sie herzlich
Rainer Didszuweit