SUCHT
Wenn Leben kippt
Die Artikel aus dem Heft 1/2008 gibt es hier

echt Interview
„Lebensgier und viel Gefühl“
echt sprach mit Triathlet Andreas Niedrig, der fast 10 Jahre drogenabhängig war ... »

echt O-Ton

„Solange der Kreis rund läuft, passiert nichts
Erfahrungen von und mit Alkoholikern ... »

echt Kassensturz

Ein Gläschen Prosecco auf den Staat
Auf dem deutschen Glücksspielmarkt werden jährlich rund 26 Milliarden Euro umgesetzt... »
echt schräg

Ohne Netz und doppelten Boden
Wenn SIE IHN fragt, was ER vom Fasten
hält ... »
echt mutig

Harmonie bis zur Qual
Brief an einen Harmoniesüchtigen ... »

echt Glaube kompakt

Der Macher
Vor 200 Jahren wurde Johann Hinrich Wichern geboren ... »

echt stark

Gipfelstürmer mit stäörrischen Weggefährten
28 Kinder mit sechs Lamas im Schlepptau ... »

echt Glaube

Pfingstrausch

Am Anfang der Kirchengeschichte steht ein ordentlicher Vollrausch ... »

echt Pro & Kontra

Kontrolliertes Trinken - Chance für die Suchthilfe?

Joachim Otto vs. Rolf Schmidt ... »

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Aus der Redaktion

Die harten Fakten liegen auf dem Tisch und doch fällt es schwer, sich dem Thema Sucht zu nähern.
Vielleicht weil einen das Elend geradezu anspringt und im Familien-, Bekannten- und Kollegenkreis Gesichter und Namen hat: 16 Millionen Nikotinabhängige, 1,6 Millionen Alkoholkranke und rund zehn Millionen Gefährdete, knapp zwei Millionen Medikamentensüchtige. Von den mitbetroffenen Angehörigen und Freunden ganz zu schweigen. Da ist es nicht einfach, in diesem Heft auch positive Aspekte aufzuzeigen.
Harte und eindeutige Urteile und Verurteilungen mögen zwar manchmal naheliegen, sie helfen jedoch nicht weiter. Dass Sucht vom Wortstamm her von siechen kommt, verdeutlicht oft schon augenscheinlich der Alltag von Süchtigen. Aber der Verfall ist eben nur eine Seite des Problems, hinter der eine andere oft nicht mehr zum Vorschein kommt. Es ist die Sehnsucht nach Glück, der Wunsch, dabei zu sein, nach Genuss, Geselligkeit und Grenzüberschreitung. Und gleichzeitig ein schmaler Grad. Denn das, was gut tut, kann im Übermaß zerstörerisch sein – nicht nur für einen selbst.
Daher kann es nicht darum gehen, erst zu helfen, wenn das Kind schon im Brunnen liegt. Kinder müssen so früh wie möglich stark gemacht werden, müssen sich erfahren und erleben können, Grenzen ausloten und Fähigkeiten entwickeln, um auf der Klaviatur des Lebens lustvoll und sozial konstruktiv spielen zu können. Aus dieser Einsicht haben wir uns verstärkt mit Sucht-Prävention beschäftigt. Und den Blick auf die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen gerichtet und beispielsweise gefragt, wer denn so alles von der Sucht profitiert.

Herzlich Ihr

Rainer Didszuweit

PS: Unser Herausgeber und Autor von echt Glaube kompakt, Oberkirchenrat Dr. Joachim Schmidt, ist im Januar 60 Jahre alt geworden. Wir wünschen ihm für die Zukunft alles Gute, weiterhin viele spannende Ideen und Gottes Segen.