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echt
„Reduziere auf das Maximum” „Als ich umgezogen bin, habe ich vieles ausgemistet. Es gab aber auch Dinge, bei denen ich mir nicht sicher war, ob ich sie eventuell noch brauchen könnte. Die habe ich in Kisten gepackt und in den Keller gestellt, weil die Zeit zum Sortieren fehlte. Als ich nach einem halben Jahr gemerkt habe, dass ich seit dem Umzug nichts vermisst habe, war mir klar, dass in den Kisten nur unwichtiges Zeug sein kann. Ich habe sie dann ungeöffnet zum Müll gebracht. Insgesamt ist das eine gute Methode, sich von Dingen zu trennen: Sie ein halbes Jahr lang außer Sichtweite stellen. Was man dann nicht benötigt hat, kann man getrost ungesehen entsorgen.“ „In meinem Büro zu Hause habe ich eine Wand, die etwa fünf mal fünf Meter groß ist. Fast jeder, der reinkommt, sagt: Da würde ein schönes, großes Bild doch ideal hinpassen. Ursprünglich hatte ich auch einmal vor, etwas hinzu-hängen, und habe mit einigen Bildern experimentiert. Dann habe ich aber gemerkt: Alles, was da hängt, beeinflusst mich zu sehr in eine Richtung und engt mich ein. Seitdem ist die Wand weiß geblieben. Das tut meinem inneren Auge gut und fördert meine Kreativität.“ „Viele neigen dazu, alles zu überfrachten. Sie haben auch Angst vor einem weißen Blatt. Es ist natürlich immer eine persönliche Anschauung, wo das Zuviel beginnt. Bei mir hat das mit Wert zu tun. Die wenigen Dinge, an denen mein Herz hängt, sollen nicht in einer Masse untergehen. Das gilt für Möbel, Deko-Stücke, aber auch für Erinnerungen: Ich sammle lieber in meinem Kopf statt in meiner Wohnung. Urlaubssouvenirs stauben doch nur im Regal vor sich hin. Viel intensiver sind Bilder, die im Kopf entstehen, wenn man eine bestimmte Musik hört oder einen Duft riecht.“ Keine Angst, was zu verpassen „Reduktion ist auch mein Motto, was die knapp bemessene Freizeit betrifft. Ich überlege ganz genau, mit wem ich mich treffe und zu wem ich intensiven Kontakt haben möchte. Wenige, aber intensive Beziehungen bringen mehr als viele oberflächliche. Alles mitzunehmen geht nicht – obwohl manche Leute das glauben und ständig Angst haben, etwas zu verpassen. In einer Autowerbung gab es mal den Slogan‚ Reduce to the max – Reduziere auf das Maximum‘. Das hat mir sehr gefallen, weil es mein Lebensmotto ziemlich genau trifft.“
Aufgezeichnet von Jörn Dietze
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erschienen
in echt, 4. Quartal 2007
Copyright by EKHN, Darmstadt |