Aus der Redaktion
„Einfachheit heißt: sehen, urteilen und handeln von dem Punkt her, in dem wir in uns selber ruhen. Wie vieles fällt da weg! Und wie fällt alles andere in die rechte Lage.“ Klasse. Das wär’s, was der Friedensnobelpreisträger Dag Hammarskjöld so trefflich beschreibt. Wenn es nur deutlicher wäre, wie man das erreichen kann.
Komplexe Strukturen, kaum durchschaubare Vernetzungen und Entscheidungsträger, die immer anonymer werden. Unser global vernetzter Alltag, das „Global Village“, ist schwer zu durchschauen. Wie der Einzelne da noch sinnstiftend handeln und dabei etwas bewirken kann, ist zu einer der großen Lebensfragen geworden.
Das Totschlagargument, liebe Leserinnen und Leser, „die Welt, die Wirtschaft und Technik, die Politik allemal sind halt so“ und man möge sich arrangieren oder ans Lagerfeuer im Wald zurückziehen, hilft nicht, nötigt allenfalls ein Grinsen ab. Denn immer mehr Menschen sehnen sich danach, das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen und die Dinge des Lebens auf das Wesentliche zu reduzieren. Ganz praktisch braucht das den Ort, den kleinen Kreis Menschen, in dem wir unsere vermeintliche Ohnmacht hinter uns lassen und beginnen, unseren Alltag selbstbewusst zu strukturieren. Fast unter der Hand verschwindet dann alles Diffuse wie Übermächtige. Das Unbestimmte wird konkret und aus der Furcht vor Atomkraftwerken wächst, wie ein Beitrag in dieser Ausgabe beispielhaft erzählt, ein unglaublich erfolgreicher Kampf für sauberen Strom.
Aber man muss gar nicht in solche Dimensionen vordringen, um das Leben einfacher, simpler zu gestalten. Manchmal steht dem nur die Unordnung entgegen, welche sich beim näheren Hinschauen als wegwerfbarer Karton entpuppt. Oder Sie stöhnen vor Weihnachten mal nicht über die Geschenke, sondern beschäftigen sich mit einer kleinen Nettigkeit wie einem Dessous. Eine Anleitung dafür erhalten Sie auf einer der nächsten Seiten.
Herzlich, Ihr
J. Rainer Didszuweit |