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Gunnar Urbach ist Pastor der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Harksheide-Falkenberg, die im Herbst 2006 sämtliche Räume zur „rauchfreien Zone“ erklärte.
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Jürgen Moser ist Dekan des Evangelischen Dekanats Frankfurt am Main Nord, zu dem 24 Kirchengemeinden gehören.
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Gemeindehäuser müssen rauchfrei sein. Schließlich trägt die Kirche Verantwortung für die individuelle Gesundheit von Leib
und Seele. Besonders wo auch junge Menschen sind, sollte man konsequent das Rauchen untersagen und sich nicht bloß auf Teilbereiche beschränken. Von Raucherzonen zieht immer auch Qualm in Nebenräume. Um Jugendliche zu schützen, gilt bei uns im Kirchencafé beispielsweise auch ein Alkoholverbot.
Rauchverbot ist ein wichtiger Baustein in einem gemeindlichen Gesamtkonzept, das für einen verantwortlichen Umgang mit der Schöpfung steht. Bei uns gehören dazu zum Beispiel auch Solar- und eine Regenwasseranlage und der konsequente Einsatz
von Energiesparlampen. Wir als Kirche müssen uns die Frage nach vorbildlichem Verhalten noch mehr stellen als andere – auch was das Rauchen betrifft.
Kirchengemeinden sollten mehr Mut zum Schutz von Nichtrauchern haben, klare Regelungen treffen und diese offen kommunizieren. Nach unserer Erfahrung fühlen sich Menschen vom Rauchverbot nicht diskriminiert. Im Gegenteil: Auch die Raucher sehen die Notwendigkeit nach und nach ein. Darüber hinaus kommen Menschen ganz bewusst zu uns ins Gemeindehaus, weil die Luft dort rein ist.
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Als maßvoller Raucher halte ich nichts davon, Rauchen in Gemeindehäusern ausnahmslos zu verbieten. Schließlich ist Rauchen nicht nur schädlich, sondern auch hoch kommunikativ und gesellig. Diese Elemente sollte man als Kirche ebenso wenig aus den Räumen verbannen wie den Genuss. Wenn Raucher an Mülltonnen oder in schmuddeligen Ecken
rauchen müssen, fördert das nur deren Diskriminierung.
Für mich ist es selbstverständlich, nicht in Wohnungen oder im Auto zu rauchen. Doch solch maßvolles und rücksichtsvolles Rauchverhalten erreicht man nicht mit Verboten. Im Gegenteil: Man verhindert, dass sich die Menschen mit ihrem eigenen Tun und den Bedürfnissen anderer auseinandersetzen. Im Hinblick auf Umweltbelastungen wie etwa den Autoverkehr wirkt die Raucherhysterie zudem völlig unglaubwürdig.
Hochmoralische Verbote passen nicht zu uns als Protestanten. Gut evangelisch ist vielmehr, mit Fragen differenziert umzugehen, Menschen ihre Selbstbestimmung zu lassen und einen Ausgleich zwischen Interessen zu schaffen. Schließlich schreibt es sich die Kirche sonst auch auf ihre Flagge, allen Menschen zugewandt zu sein und Ausgrenzung entgegenzuwirken.
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