Aus der Redaktion

Wenn es denn so einfach wäre, liebe Leserinnen und Leser – „Jacke wie Hose“, also gut hessisch „Wurscht“, ist es uns allemal nicht, wenn es darum geht, wie wir auf andere wirken. Schließlich tun wir einiges dafür, gut „rüberzukommen“. Zum Beispiel durch unsere Kleidung. Sollte sie uns schlicht vor den Unbilden des Wetters schützen oder Blicke auf eine ungewollte Blöße verhindern, könnte man das Thema leicht wie den bewussten alten Hut ablegen.
Aber so einfach ist es nicht. Mit kaum etwas anderem versuchen wir bewusst und alltäglich den Eindruck, den wir machen, zu beeinflussen. Allein der abschätzend kritische Blick in den Spiegel bis hin zur kultigen Stilberatung geben davon trefflich Zeugnis.
Kleidung bedeutet uns mehr – als Attribut von Stand, Lebenserfahrung, Wissen oder gar Macht, wie uns die fremdländisch-ungewohnte Kleidung eines Afrikaners verdeutlicht. Aber man muss gar nicht so exotisch in die Ferne schweifen. Oder haben Sie sich noch nie darüber gewundert, warum unsere Pfarrerinnen und Pfarrer so traurig schwarz daherkommen? Oder waren über die bemüht trendigen Klamotten mancher Kids erstaunt? Von der auffallenden Pfadfinder-Kluft im modernen Straßengewimmel mal ganz zu schweigen. Wie dem auch sei: Kleidung verhüllt nicht bloß schamhaft die Nacktheit, sondern enthüllt bei näherem Hinsehen recht unverschämt Persönlichkeit, Motive und Haltungen.
Kein Wunder, dass wir uns gefragt haben, was hinter so mancher Hülle steckt, und neugierig hinschauten. Aber damit nicht genug. Eine andere Haltung, die „in“ ist, ärgert uns und wir haben sie gegen den Strich gebürstet: das landläufige Jammern um Kirchenaustritte. Ab dieser Ausgabe von echt stellen wir Ihnen mit jedem Erscheinen ein neues Mitglied unserer Landeskirche vor und fragen nach den Hintergründen für die Entscheidung zum (Wieder-) Eintritt. Und vergessen nicht zu sagen: „Wie schön, dass Sie zu uns gefunden haben. – Willkommen!“
Herzlich, Ihr
J. Rainer Didszuweit
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