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echt
...und trau des Himmels reichem Segen Ein Unternehmen, das sich in der modernen Marktwirtschaft behaupten will, ist mit intensivem Controlling gut beraten. Da wird jeder Vorgang in seine Einzelschritte zerlegt, werden Prozesse analysiert, Fehler korrigiert. Ohne solches prozessorientiertes Denken und Handeln ist Qualitätsmanagement nicht denkbar. So weit, so gut. Es gibt aber auch Zusammenhänge, da läuft es ganz von alleine, geradezu automatisch. Da ist jedes Eingreifen nicht nur überflüssig, sondern schädlich. Das Wachsen von Organismen gehört dazu. Korn zum Beispiel: Das wird in die fruchtbare Erde gesät. Und dann? Dann geht der Bauer wieder heim, legt sich ins Bett und überlässt das Ganze voller Vertrauen der Natur. Dass das einmal gesäte Korn ohne weiteres auf dem Feld heranwächst, beobachten die Menschen seit Jahrtausenden. Es hat sie dankbar gemacht. Es hat sie das geduldige Warten gelehrt. Und es hat in ihnen schließlich das Vertrauen ins Leben gestärkt, sie spüren lassen, dass die Erde nicht nur eine zufällige Umgebung für sie ist, sondern eine wunderbare lebendige Schöpfung.
Ich höre förmlich den Protest aller fleißigen Controller und aller akribischen Prozessanalytikerinnen. Automatisch? Von alleine? Was wird dabei wohl rauskommen?! Lehrt denn nicht jede Erfahrung, dass alles in Gang gehalten und gepflegt und ständig nachgebessert werden muss? Nicht nur wenn etwas hergestellt werden soll oder wenn Projekte umgesetzt werden, braucht man ein ordentliches Management. Selbst soziale Verhältnisse, sogar die Liebe, weiß man doch, ist davon nicht ausgenommen, sondern muss durch Beziehungsarbeit optimiert werden. Mit Methoden aus Wirtschaft und Qualitätsmanagement haben längst auch Menschen in der Kirche zu arbeiten gelernt, um das Wachstum der Gemeinde zu fördern. Und nun heißt es, dass Wachsen mehr mit Vertrauen als mit Verfahrensoptimierung zu tun haben soll? Automatisch, sagt Jesus, automatisch und ganz von selbst wächst das Korn, wenn es erst mal gesät ist. So ist das auch mit Gottes Welt. Wie beim Korn entdeckt ihr die Zusammenhänge des Lebens auch hier: was euch nährt und erhält. Und wie beim Wachsen der Halme lernt ihr auch hier Geduld und Vertrauen. Vielleicht geht es nicht so schnell wie erhofft. Vielleicht gibt es Rückschläge. Aber vertraut nur dem, was da heranwächst. Vertraut darauf, dass der Anfang gemacht ist. Jetzt geht es weiter. Automatisch.
Aber das, was in seinen Kräften steht, muss ein Mensch tun. Zwischen Gelassenheit und Faulheit besteht ein gewaltiger Unterschied. „Verricht das Deine“, heißt es in einem Gesangbuchlied. Diese „Verrichtungen“ und das Vertrauen in Gottes Segen müssen sich die Waage halten. Helwig Wegner-Nord
Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht
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erschienen
in echt, 3. Quartal 2006
Copyright by EKHN, Darmstadt |