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Getreide ist ein sehr altes Kulturgut der Menschheit. In unserer Region diente es jahrtausendelang auch meinen Vorfahren zum Lebensunterhalt und als Mittel zum Leben. Wenn eines der ältesten Kulturgüter unter Missachtung seiner Sinnhaftigkeit nun so verbraucht würde, wäre das eine Sünde für unser Volk und zeigt, wie weit wir unser Handeln bedenken: Mittel zum Leben werden achtlos ins Feuer geworfen, während in Ostafrika derzeit Millionen Menschen hungern und sterben.
Ein Anbau von Getreide zur Energiegewinnung ist ökologisch höchst bedenklich. Es fördert die heute schon verbreitete Nichtbeachtung einer geregelten Fruchtfolge. Das aber führt zu starkem Pilz- und Krankheitsbefall und das wiederum zum Einsatz von immer mehr Chemie auf dem Acker.
Für uns Christen hat das Getreide eine ganz besondere Bedeutung. Die Ähre ist ein Symbol, das Christinnen und Christen seit Jahrtausenden verehren, und hat den Weg in viele kirchliche Logos gefunden. Wenn Getreide nun verbrannt werden soll, wäre das ein sichtbares Zeichen der Verrohung der geistigen Haltung und des Handelns von Menschen. So weit darf es nicht kommen.
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Mit dem Thema muss man sehr sensibel umgehen, darf aber die damit verbundenen Chancen nicht
außer Acht lassen. Auch der Umgang mit einem Jahrtausende alten Kulturgut kann und darf sich verändern. Selbst wenn sich emotional Widerstand regt, sollte man die Argumente gegeneinander abwägen, anstatt etwas sofort zum Tabu zu erklären. Das ist auch ein gesellschaftlicher Lernprozess.
Als nachwachsender Rohstoff kann Getreide ein Baustein in einem sinnvollen Konzept von regenerativen Energiequellen sein. Es hat ethisch einen hohen Wert, immer mehr von fossilen Brennstoffen wegzukommen. Umweltfreundliche Energiequellen zu fördern hat mit Weltverantwortung zu tun, denn für den Klimawandel ist ein Fünftel der Weltbevölkerung zu 80% verantwortlich – und dazu gehören wir auch.
Wer Getreideverbrennung als Einzelthema diskutiert, lässt wichtige Dinge außer Acht. Eine ehrliche ethische Betrachtung muss unser gesamtes Ernährungssystem mit einschließen und vor allem das Thema Fleischkonsum. Obwohl es da ökologisch wie ernährungsphysiologisch massive Schieflagen gibt, schreit so gut wie keiner auf.
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