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echt
Glaube
Mit Gott einschlafen Wenn der HERR nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen.
Der Apostel Paulus hat mal so lange gepredigt, dass ihm einer aus seiner Gemeinde tief und fest eingeschlafen ist. Eutychus, so hieß der junge Mann, hatte sich in dem wohl schon vollen Versammlungsraum seinen Platz auf der Fensterbank gesucht und zunächst wahrscheinlich auch interessiert zugehört. Aber dann wurde sein Atem ruhiger, die Augenlider fielen ihm zu und mit der Zeit ist er immer weiter zur Seite gekippt. Schließlich hat er das Gleichgewicht verloren: Er ist schlafend aus der Höhe des dritten Stocks außen hinabgestürzt und dann vor dem Haus wie tot liegen geblieben. Nachzulesen in der Bibel, Apostelgeschichte, Kapitel 20.
In dieser biblischen Anekdote aus den Frühzeiten christlicher Predigtkunst steckt mehr, als auf den ersten Blick zu sehen ist. Die Verkündigung der Guten Nachricht und das Schlafen haben nämlich möglicherweise viel miteinander zu tun. Vielleicht ist Eutychus nicht deswegen eingeschlafen, weil Paulus so lange und langweilig gesprochen hat. Oder weil ihm die Gedankengänge des klugen Apostels zu kompliziert waren. Könnte es nicht sein, dass sich die Frohe Botschaft so wunderbar befreiend und wohltuend bei dem jungen Mann ausgewirkt hat, dass sich alle Anspannungen und alle Sorgen von ihm gelöst haben? Und das ist ja bekanntlich die beste Voraussetzung für einen guten und tiefen Schlaf. Wie auch umgekehrt das Haupthindernis beim Einschlafen ist, dass einem die Probleme der vergangenen Stunden noch durch den Kopf jagen und sich die Anfor-derungen des nächsten Tages schon mal am Vorabend melden. Die Folgen sind Unruhe und Kurzatmigkeit und eben Schlaflosigkeit. Trotz Scherben und Scheitern – Gelassenheit Nicht erst seit des Apostels Paulus Zeiten weiß man, dass Ent-Lastung den Menschen von Gott angeboten wird. Gott ist die Adresse, wo es nicht um Erfolge geht oder die eigene Leistungsbilanz. Wer gescheitert und unvollkommen geblieben ist, darf hier ankommen. Wer vor seinem eigenen Leben wie vor einem Scherbenhaufen steht und wer andere enttäuscht hat, kann sich bei Gott melden. Nicht Misserfolge und Scheitern fallen hier ins Gewicht. Bei Gott zählt Gnade. Und Liebe. Und Vertrauen. Damit ist Gott nicht ein Gott der Faulheit. Aber Gott macht uns das Geschenk der Gelassenheit und einer letzten großen Geborgenheit. Ein Geschenk ist das, kein Verdienst: „Den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf.“
Wir halten nichts in Händen Helwig Wegner-Nord
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erschienen
in echt, 4. Quartal 2005
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