Aus der Redaktion
Glück im Spiel, Pech in der Liebe? Oder umgekehrt? Jedenfalls orakelt der Volksmund so und folgen wir dem, sind wir immer gekniffen, liebe Leserin und lieber Leser. Kaum ist man mal leicht und unbeschwert, lacht fröhlich und ohne Leistungsdruck dem Leben ins Gesicht, so kann man der rauen Erdenschwere gewiss sein, wird wieder auf den viel beschworenen „Boden der Tatsachen“ zurückgeholt?
Da mag was dran sein und wenn es nur das ist, dass man sich von solchen Miesepetereien nicht ins Bockshorn jagen lässt. Vernünftig und produktiv zu sein – das haben wir lange und hart trainiert. Und dabei allzu häufig vergessen, dass es auch noch etwas Anderes gibt: Leichtigkeit. Spielräume im und für unser Leben, Nischen für freies und unbeschwertes Tun. Vielleicht auch Platz für den Clown in uns, der beim Lachen auflebt und andere ansteckt. Oder den Narren, der die Regeln des Alltags verrückt und Perspektiven verschiebt. Mit Chancen für verblüffende Einsichten. Allzu leichtfertig überlässt man die Lust am Spiel oder grundlose Freude den Kindern. Wie schön, dass die sie nicht für sich behalten oder gar beanspruchen. Im Gegenteil: Uns sogar damit anstecken. So gesehen kann ein Blick zurück in die Kindheit verführen, die Fesseln des Alltags zu lockern, hier und da ein paar Bürden abzuwerfen. Und wem’s denn überhaupt nicht gelingt, der darf sich mit dem französischen Schriftsteller Tristan Bernard trösten: „Wer nicht genug Talent für die Leichtigkeit hat, kann immer noch etwas Schwerwiegendes herstellen.“
Herzlich
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Herzlich, Ihr
J. Rainer Didszuweit
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