echt Tipp

Spielend Spaß haben

Das hätten wir nicht gedacht: Die Deutschen sind Weltmeister im Spielen. Nirgends erscheinen mehr neue Spiele als bei uns. echt stellt einige davon vor, für lange Abende oder für zwischendurch, für zwei bis sieben Mitspieler.

 

Für Jung und Alt
„Niagara“. Die Spieler paddeln mit ihren Kanus auf dem reißenden Niagara-Fluss. Ihr Ziel: möglichst viele Edelsteine vom Ufer einsammeln. Die wertvollsten Steine liegen dort, wo es am gefährlichsten ist – unweit der Wasserfälle. Das Wetter entscheidet am Ende jeder Runde, wie viele Felder der Fluss weiterfließt. Dabei sind schon einige Kanuten den Fall hinabgestürzt. „Niagara“ wurde Spiel des Jahres 2005 – es ist prima familientauglich und hat einen originellen Spielplan mit dynamischplastischer Flusslandschaft. Für Abenteurer mit Sinn für schöne Optik.

„Niagara“, Zoch-Verlag, drei bis fünf Spieler ab zehn Jahren; Spieldauer: ca. 30 bis 45 Minuten



Für den langen Spieleabend
Wird das Gute siegen? Bei „Schatten über Camelot“ spielen bis zu sieben Ritter an König Artus Hof.
Sie müssen Heldentaten vollbringen und schwere Prüfungen bestehen: den Gral suchen, gegen Drachen kämpfen oder Tur-niere gegen die Schwarzen Ritter austragen. Bestandene Prüfungen werden mit weißen Schwertern belohnt, verlorene Kämpfe mit schwarzen bestraft. Am Ende des Spiels liegen zwölf Schwerter auf der Tafel. Ist die Mehrzahl weiß, hat das Gute gesiegt und alle haben gewonnen. Ist Schwarz in der Überzahl, haben alle verloren. Nur durch Kooperation können die Ritter dem Guten zu Sieg verhelfen. Doch einer in der Runde könnte ein Verräter sein. Den
gilt es rechtzeitig zu entlarven. Hochspannung ist garantiert, die Ausstattung üppig, die Spielregeln sind es allerdings auch.

„Schatten über Camelot“, Days of Wonder, drei bis sieben Spieler ab zehn Jahren; Spieldauer: ca. 60 bis 80 Minuten


Für zwei Spieler
„Jambo“ ist Suaheli für „Hallo“. Zwei afrikanische Händler machen Geschäfte. Es gilt, günstig ein- und teuer zu verkaufen, Früchte, Tee, Schmuck oder Felle.
Eine Vielzahl zusätzlicher Karten bringt Dynamik ins Spiel. Mit dem „Papagei“ zum Beispiel klaut man dem anderen Waren vom Stand. Außerdem spielen schicksalsträchtige Personen, Tiere und Gegenstände mit. Sie heißen „Schamane“, „Korbmacherin“, „Hyäne“, „Häuptlingsstuhl“ etc. Wer sechzig Goldstücke hat, ist am Ziel. Der Gegner hat dann noch einen Zug und kann ausgleichen oder sogar gewinnen. Das Spiel ist anspruchsvoll und bleibt spannend.

„Jambo“, Kosmos Verlag, zwei Spieler ab zwölf Jahren; Spieldauer: ca. 30 Minuten


Für zwischendurch und unterwegs
„Teamwork“ hat das Format einer Zigarettenschachtel. Zwei Spieler lesen einen Begriff von einer Karte und sollen ihn den Mitspielern erklären. Dabei müssen sie einen grammatikalisch richtigen Satz bilden. Das ist gar nicht so einfach, weil jeder abwechselnd immer nur ein Wort sagen darf. Sich absprechen ist verboten! Das wird urkomisch, wenn beide den Begriff völlig anders erklären wollen. Die Mitspieler raten um die Wette. Für Partys, im Zug und überall, wo mindestens vier Leute zusammensitzen. Die Karten sind viersprachig, zudem gibt es Editionen zu den Themen „Musik“ und „Religion“. Die Begriffe sind unterschiedlich schwer, so dass alle Altersklassen mitmachen können.

„Teamwork“, Editionen Musik, Religion, Adlung-Spiele, für vier und mehr Spieler, ab zehn Jahre; Spieldauer: ca. 10 bis 30 Minuten


Stefan Ducksch
Illustzration: Heiko Sakurai

echt Info :
Stefan Ducksch ist Mitglied
in der Jury „Spiel des Jahres“.

 

+++ Der weltweite Umsatz mit Computer- und Videospielen übertrifft seit 5 Jahren den der Filmbranche in den Kinos. ++ Das Wort spielen kommt von althochdeutsch spil, was so viel bedeutet wie „Tanzbewegung“. +++ Die „Games Convention“ in Leipzig ist mit rund 300 Ausstellern und über 130.000 Besuchern eine der wichtigsten internationalen Spiele-Messen . +++

erschienen in echt, 3. Quartal 2005
Copyright by EKHN, Darmstadt
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