|
echt
Glaube kompakt
„Uraltes Wissen vom Menschen“
Weiterführende Literatur
Schwarzbrot:
Hermann Deuser: Die Zehn Gebote; Kleine Einführung in die theologische Ethik; Reclam TB Verlag; ISBN 3150182336, 5,00 Euro
Das kleine gelbe Reclam-Bändchen mit 178 Seiten hat es in sich: Der in Frankfurt und Gießen lehrende Professor für Systematische Theologie bietet einen spannend geschriebenen, aber höchst anspruchsvollen Abriss der modernen theologischen Forschung zur Geschichte und den Grundfragen der Zehn Gebote. Das Büchlein ist mehr als eine „kleine Einführung in die theologische Ethik“. Entlang der Reihenfolge der Gebote entfaltet Deuser - ebenso systematisch wie praktisch - ein Kaleidoskop der alltäglichen Lebensprobleme und ihrer geistesgeschichtlichen Tiefenschichten. Und das von der Goldenen Regel („Was du nicht willst, das man dir tu …“) bis zum Willkürverbot. Wer sich durchgebissen hat, ist wirklich hinterher klüger.
Weißbrot:
Jürgen Fliege: Die Ordnung des Lebens; Kösel Verlag, ISBN 3-466-36672-0, 15,95 Euro
Der Großmeister des geschmeidigen Nachmittags-Talks im Ersten erklärt die Zehn Gebote: Da sind einerseits faszinierende Gedanken. So, wenn er die Reihenfolge kurzerhand umkehrt und beispielsweise die in jedem Menschen wohnende Lebens-Gier („Du sollst nicht begehren …“) mit dem kindlichen Saug-Reflex an der Mutterbrust in Verbindung bringt, um schließlich beim Lob Gottes („Ich bin der Herr, dein Gott…“) zu landen. Andererseits ist da auch viel allgemeines Geraune über das Leben als solches. Das liest sich flott, lässt aber eigentlich auch keine kritischen Rückfragen zu. Man schwimmt irgendwie mit dem Strom der Gedanken des Autors, ohne ihn wirklich dingfest machen zu können. In irgend einer Art und Weise scheint er ja zu denken, was wir alle denken. Und trotzdem so weiter machen. Und das reicht nicht.
Pommes-Crashkurs:
Georg Schwikart: Die Zehn Gebote; Gütersloher Verlagshaus, 4,95 Euro
Ein schönes Büchlein des bewährten Autors zu religiösen Fragen für Jugendliche, beispielsweise Konfirmanden: Wie sähe eine Welt aus, in der es die Grundgedanken der Zehn Gebote nicht gäbe? Gar nicht gut, wie sich bald zeigt. Die Zehn Gebote, so wird schnell deutlich, sind weder unsinnig, noch veraltet, sondern dringend notwendig für ein menschliches Zusammenleben. Manchmal sind die Beispiele Schwikarts spannend und bildreich, manchmal leider auch ein bisschen billig. Trotz allem: Für interessierte Jugendliche gut verdaulich und auch ein guter Ansatz für eine Auseinandersetzung mit den Grundfragens des Lebens und des christlichen Glaubens.
Joachim Schmidt
|