Aus
der Redaktion
Auf den ersten Blick
scheint es ein unauflösbarer Widerspruch zu sein, liebe Leserinnen
und Leser. Mit allen Sinnen und Kirche?
Mit der Sinnlichkeit ist es doch eher ein Kreuz in der protestantischen
Tradition und wenn wir an Kirche, Gottesdienste und Glauben denken, assoziieren wir flugs die Kirche des Wortes, der Gelehrsamkeit, des Reflektierens, Begründens ...
Schlicht und karg viele kirchliche Räume, den Blick auf das Wesentliche
gerichtet, ohne Ablenkung auf das, was uns sonst im Leben wichtig und
wert ist: ein Alltag voll gefüllt mit Sinnlichkeit, Dinge, die
man riechen, schmecken, sehen und fühlen kann und über die
man sich freut. Auf die Spurensuche nach einer solchen Sinn-vollen Kirche,
die es durchaus gibt, haben wir uns begeben. Und auf die Suche nach
Antworten, was Sinnlichkeit ausmacht. Was wir brauchen, um bei uns zu
sein, uns rund zu fühlen, behaglich und geborgen. Aus diesem Grund
waren wir für Sie in einem Erlebnismuseum, stellen Ihnen das Projekt
LebensArt vor und haben mit Menschen
über Sinnliches gesprochen: Was ihnen ihr Sport bedeutet oder auch
nur die leichtfüßige Annäherung beim Flirt.
Vielleicht kann der Blick über den Tellerrand kirchlichen Alltags
helfen, unsere Kirche (noch) sinnlicher zu gestalten. Einen weiten Raum
zu schaffen fürs Feiern, Essen und Trinken, Tanzen und Reden. Und
um Gott zu loben, der uns einen lust- und leibfreundlichen Glauben schenken
kann.
Herzlich,
Ihr J. Rainer Didszuweit