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echt
Lebendig
Beduinenzelt am Main
Sehen,
begreifen, hören die Bibel mit allen Sinnen entdecken: Das
hat sich das Erlebnismuseum Bibel in Frankfurt zur Aufgabe gemacht. Von
der Erzählkultur bis hin zur Multimediawelt möchte Leiter Jürgen
Schefzyk das Buch der Bücher erlebbar und die Menschen hinter den
Worten lebendig machen.
Viele
biblische Geschichten gehören in die Welt der Nomaden, betont
Jürgen Schefzyk und macht klar, warum das Beduinenzelt auch heute
Auftakt für die Führung durch das Erlebnismuseum ist. Es riecht
ungewohnt streng. Das ist Narde sie überdeckt andere
Gerüche, denn Dusche und Waschbecken gab es damals nicht. Während
sich die 21 Besucher aus Friedberg etwas unsicher die Stirn mit der öligen
Paste salben, erklärt der Leiter des Bibelhauses: Ein kleines
Fläschchen kostete damals so viel wie heute ein Mittelklassewagen.
Mitmachen
erwünscht
Die Gäste schlüpfen in typische Beduinen-Kleidung, mahlen Körner
mit einem Mühlstein, lassen feinen Sand durch ihre Finger rinnen.
Der Schleier schützt die Augen vor dem Wüstensand. Vieles,
was heute religiöse Bedeutung hat, hatte eigentlich eine ganz profane
Funktion. Pfarrer Schefzyk erläutert das typische Leben eines
Nomaden, der nach etwa 3 Jahren wieder zum alten Platz zurückkehrt.
Abraham dagegen soll nicht diesen normalen Weg gehen, sondern an
einen Ort, wo alles völlig unklar ist. Da braucht es großes
Vertrauen zu Gott. Er liest eine Textstelle über die Liebe
aus dem Hohen Lied und alle riechen und schmecken die Früchte und
Kräuter, von denen die Rede ist: Granatapfel, Myrrhe, Balsamzweig,
Datteln. Susanne Domnick, Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde
Friedberg, ist begeistert: Vieles ist für mich ein neues Erlebnis,
sagt sie, während Vikar Günter Andreas von der Gastfreundschaft
der Nomaden fasziniert ist: Davon können wir heute viel lernen
auch als Kirche.
Erfolg
schon im ersten Jahr
27.000 Menschen besuchten im Jahr 2003 das Bibelmuseum. Damit liegt es
in der Spitzengruppe der Museen vergleichbarer Größe. Untergebracht
ist das Museum in einer ehemaligen Kirche der evangelischen deutsch-reformierten
Gemeinde am Frankfurter Museumsufer. Geplant hat es die Frankfurter Bibelgesellschaft,
das Bibelwerk für Hessen und Nassau. Geholfen haben viele, oftmals
durch ehrenamtliches Engagement. Auch individuell abgestimmte mobile Ausstellungen
aus einem Katalog von 62 Exponaten bietet das Museum an.
Inzwischen drucken
die Friedberger Besucher unter Anleitung von Mitarbeiterinnen an einer
Gutenberg-Presse, stanzen Fische als Symbole für Jesus aus Papierbögen
und bringen schließlich den Raum mit 3.000 Jahre alten Instrumenten
zum Klingen Wie sich eine Zimbel anhört, weiß ich erst
jetzt, bisher
kannte ich nur das Wort aus Psalmtexten, bekennt ein Frau. Andere
betrachten Modelle von Tempeln, bewundern die vollständig erhaltene
Tora, wertvolle Bibeldrucke und Handschriften oder Exponate zu biblischen
Motiven auf Glasfenstern. Wieder andere testen Bibelspiele an vier PCs
oder klicken sich durch ein Bibel-Bilderbuch. In einer begehbaren
Bibel sind auf Monitoren Gesichter zu sehen. Und nach wenigen Sekunden
gerät man nun wirklich ins Staunen die Pointe erlebt man allerdings
nur live im Bibelmuseum.
Lebensnahe
Trockenübung
Krönender Abschluss der Führung ist eine Seefahrt
in einem originalgetreuen Nachbau des Schiffs, das 1986 sensationell vom
Grund des See Genezareth geborgen wurde. Das Boot ist schwer an
Land zu bekommen, wenn plötzlich ein Sturm kommt, weiß
Schefzyk. Lebensnah erörtert er Klima, Winde und Thermik und ist
sogleich mitten in der Jesusgeschichte von der Sturmstillung aus Markus
4. Dass es die Jünger als Zumutung empfinden, wenn Jesus in
so einer Situation ruhig schläft, kann ich jetzt noch besser nachvollziehen,
sagt eine Frau. Dann wird es ernst, die Friedberger müssen wieder
selbst Hand anlegen. Das Tau lösen und verknoten, Segel langsam hissen.
Schefzyk gibt lautstark Anweisungen: Gegen den Wind drehen. Achtung:
Er kommt vom Fenster her... Der Sturm tobt dank einiger Windinstrumente
immer lauter und heftige Donnerschläge kündigen ein Gewitter
an. Als es vorbei ist und sich der See wieder beruhigt hat, sind alle
im Boot erleichtert, auch wenn es nur eine Trockenübung war.
JÖRN
DIETZE
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Bibelhaus
am Museumsufer
Metzlerstraße 19
60594 Frankfurt
Dienstag 9 12 Uhr
Mittwoch und Donnerstag 15 20 Uhr
Freitag 15 18 Uhr
Samstag und Sonntag 14 18 Uhr
Öffentliche Führungen So. 14, 15, 16, 17 Uhr
Buchung von Gruppenführungen:
Tel.: 0 69 / 66 42 65 25
Fax: 0 69 / 66 42 65 26
E-Mail:
Website: www.bibelhaus-frankfurt.de
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