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echt Diakonisch
Stark
für andere Mit seinen 324 Einrichtungen - Krankenhäusern, Altenpflegeheimen, Tageseinrichtungen, Beratungsstellen und, und, und - ist das Diakonische Werk in Hessen und Nassau der größte Wohlfahrtsverband in Hessen. Diakonie ist vielfältiger Dienst an Menschen. Kürzungen von Landesmitteln in Hessen gefährden die Arbeit. Etwa 2,2 Millionen Euro fehlen dem Diakonischen Werk und seinen Mitgliedseinrichtungen. Die Konsequenz: Einrichtungen sind bedroht, das Beratungsangebot wird ausgedünnt. Auf
eigenen Beinen stehen
Dafür
sorgen vier Angebote unter einem Dach: Neben "Tamara" sind das
"Lilith - Wohnen für Frauen", die Beratungsstelle und nicht
zuletzt der "Tagestreff 17 Ost". Eine Küche steht ebenso zur Verfügung wie ein Näh- und ein Spielzimmer oder Schließfächer. Die Besucherinnen haben Gelegenheiten zum Duschen und Wäsche-Waschen, am PC können sie Briefe oder Bewerbungen schreiben. Für wohnungslose Frauen hält "Lilith" 4 Wohngruppen mit insgesamt 28 Plätzen und Einzelzimmern bereit. Doris Bergmann indes hat vor kurzem ein eigenes kleines Apartment bezogen. Mit Hilfe von "Tamara". Denn die Mitarbeiterinnen helfen bei Wohnungsfragen ebenso wie bei der Suche nach Arbeits- und Ausbildungsplätzen. "Auch wenn es darum geht, finanzielle Hilfen - etwa von Sozial- oder Arbeitsamt - zu beantragen oder eine Schuldenregulierung vorzunehmen, unterstützen wir gezielt", betont die Leiterin. Doch obwohl immer mehr Frauen ins Zentrum kommen, sind in den letzten zwei Jahren 37.000 Euro durch Kürzungen von Mitteln verloren gegangen. "Um weiterzuarbeiten", sagt Kühn, "brauchen wir dringend Sponsoren ..."
Wieder
raus ins Leben
Noch vor wenigen Jahren ähnelte Werner Andräs Leben einer einzigen Katastrophe: Nachdem sich der Sparkassenbetriebswirt immer mehr Arbeit aufgeladen hatte, fing er eines Tages an zu zittern. "Ab dann ging plötzlich gar nichts mehr", erinnert sich der 51-Jährige. Ein harter Leidensweg begann für ihn und seine Familie. Diagnose: "Psychosen und Depressionen." Er wurde arbeitsunfähig, verbrachte schließlich mehrere Monate in psychiatrischen Kliniken. "Die Beratungsstelle war ein Glücksfall für mich", sagt er heute, "die vielfältigen Angebote, das Zusammensein mit den anderen Klienten und die tägliche Betreuung haben sehr zu meiner Gesundung beigetragen." Eine Ärztin hatte ihm den Tipp gegeben, sich an die Einrichtung zu wenden. "Das hat wieder Struktur in meinen Alltag gebracht und meine Familie stark entlastet." Auch ins Berufsleben konnte Werner Andrä wieder zurückkehren. Die Kontaktstelle in Bad Schwalbach, die rund 250 Menschen betreut, ist Anlaufpunkt in Konfliktsituationen und Lebenskrisen. Wie die stellvertretende Leiterin Claudia Kohlhaas erklärt, suchen viele Menschen umgehend nach einem Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik, etwa dem Kiedricher Eichberg, Rat und Hilfe. Neben Gesprächs- und Beratungsangeboten bietet die Einrichtung auch 54 Plätze im betreuten Wohnen sowie eine Notwohnung. "Wir klären zuerst, in welcher Situation sich jemand befindet, und überlegen dann, was die Person benötigt, um sich wieder zu stabilisieren", erklärt Kohlhaas. Auch Reinhard Volkmer (50) kann davon berichten. Eine psychische Erkrankung hatte ihn um seinen Lebensinhalt gebracht: Job weg, Ehe kaputt. "Ich schämte mich sehr und traute mich nicht mehr unter die Leute." Dass er wieder eine Arbeit gefunden hat und auch eine neue Familie gründen konnte, verdankt der stolze Vater von zwei Kindern nicht zuletzt der Kontaktstelle. "Hier sind mir meine Stärken wieder bewusst geworden", sagt er, "ich habe gelernt, dass ich trotz der Krankheit wieder raus ins Leben gehen kann."
Texte:
Jörn Dietze, Petra Jacobi
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erschienen
in echt, 1. Quartal 2004
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