Aus
der Redaktion
Armut und Reichtum
drücken sich nicht nur in nüchternen Zahlen und Eurobeträgen
aus. Das Spektrum der gesellschaftlichen Wirklichkeit ist wesentlich
breiter und vielfältiger, als es auf den ersten Blick scheint.
Der hilfsbedürftige "geringste Bruder" - wie es unser
Titel signalisiert - muss nicht zwangsläufig der sein, der um einen
Euro bittet. Es sind auch die illegal hier Existierenden, die bis zur
tödlichen Konsequenz gewaltbereiten Jugendlichen oder Frauen ohne
Obdach. Es können psychisch Kranke sein, die wieder selbstständig
leben wollen, oder Schüler, die eine letzte Chance zum Einstieg
in den Arbeitsalltag brauchen. Finanzielle Fragen jedoch spielen eine
immer größere Rolle, wenn es darum geht, sich solchen Menschen
auf breiter Basis zuzuwenden: Auch die Kirche verspürt den Druck
knapper werdender Ressourcen am eigenen Leib und steht vor quälenden
Fragen, welche Budgets gekürzt und welche notwendige Arbeit damit
erschwert oder sogar aufgegeben wird.
Es wurde breit in der regionalen Tagespresse berichtet: Die Synode der
EKHN hat am 28. Februar nach langen und heftigen Auseinandersetzungen
entschieden, den Haushalt unserer Landeskirche mit 40 Kürzungsvorschlägen
bis 2006 um 35 Millionen Euro zu verringern. Tief gehende Eingriffe
konnten dabei vermieden werden, fast flächendeckend werden - auch
bei echt - zehn Prozent eingespart.
Wir freuen uns, dass uns viele in unserer Argumentation gegen eine Einstellung
von echt unterstützt haben,
insbesondere über die zahlreichen ermutigenden Briefe, Faxe und
E-Mails von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser. Ich bin sicher, dass
Sie Ihren Teil beigetragen haben, echt
wie geplant bis Ende 2005 fortzuführen und nach einer Akzeptanzuntersuchung
zu prüfen, ob und mit welcher inhaltlichen Struktur unser Mitgliedermagazin
weiter erscheinen soll. Ich bedanke mich auch im Namen meiner Redaktion
vielmals für Ihr Engagement.
Herzlich,
Ihr J. Rainer Didszuweit