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Zu
den einen wird der König sagen: Kommt her, ihr Gesegneten meines
Vaters, ererbt das Reich! Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr
habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt
mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen, und ihr habt
mich aufgenommen. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich gekleidet.
Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis
gewesen, und ihr seid zu mir gekommen. Dann werden sie antworten:
Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dir zu essen
gegeben, oder durstig und haben dir zu trinken gegeben? ... Der
König wird antworten: Was ihr getan habt einem von diesen meinen
geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan. Was ihr nicht getan
habt einem von diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan.
Aus
dem Matthäusevangelium (25)
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echt
Glaube
Armutszeugnisse
Jesus entwirft eine
grandiose Szene, eine Gerichtszene: Am Ende der Zeiten werden alle ihr
Urteil empfangen. Und geurteilt wird nur unter einer einzigen Fragestellung
"Wie seid ihr mit den Armen umgegangen?" Habt ihr ihnen zu essen
gegeben, zu
trinken? Habt ihr die Fremden aufgenommen? Nein? Aber nur darauf kommt
es an! Das ist das Einzige, was zum Schluss zählt. Am Ende bekommen
alle ihr "Armutszeugnis": Die einen werden belohnt, die anderen
haben versagt und werden bestraft.
Gesichter der Armut
Die Gesichter der Armut sind vielfältig. Nicht nur in Filmen und
Zeitungsgeschichten. Bettler am Bahnhof, Menschen ohne Wohnsitz in der
Fußgängerzone gehören zum Alltag. Und mancher spürt
es auch am eigenen Leibe, was es heißt, auf Hilfe, auf Nähe
angewiesen zu sein. Wenn Krankheit das Leben einschränkt, wenn man
die Wohnung nicht mehr verlassen kann. Jesus sagt: "Was ihr einem
dieser armen, dieser geringsten Menschen getan und gegeben habt, das habt
ihr mir selbst getan und gegeben. Und das, was ihr ihnen vorenthalten
habt, das habt ihr mir vorenthalten. In den Armen trefft ihr mich - so
oder so. Das Gesicht der Armut ist mein Gesicht!" Jesus wird niedrig
und arm, elend und fremd. So sehr liegen ihm diese Menschen, die er seine
Geschwister nennt, am Herzen. Er baut seinen Jüngern und allen, die
ihm zuhören, damit eine Brücke und gibt ihnen eine Hilfe: Wenn
ihr einen dieser Armen seht, schaut ihm ins Gesicht. Schaut genau hin.
Ihr könnt darin mein Gesicht sehen. Wendet euch ihnen zu, wendet
euch mir zu. Mein Vater im Himmel segnet euch dafür. Und die anderen?
| Der
Frankfurter Pfarrer Helwig Wegner leitet das MEDIENHAUS der
Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Er ist Autor von
Radiosendungen und spricht das "Wort zum Sonntag"
(ARD). |
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Einmaleins der
Barmherzigkeit
Die anderen, die sich abwenden, werden verurteilt. Sie haben ihre Chance
gehabt und sie haben in der wichtigsten Frage versagt. Die Sache ist kein
Spiel, es geht um Entscheidendes. Die Rede Jesu ist strenger, als manche
erwarten: Wer das kleine Einmaleins der Barmherzigkeit vergisst, kann
seine Zukunft in Zeit und Ewigkeit verspielen. Andererseits: Die Geschichte
redet davon, dass man Jesus in den Armen ganz persönlich begegnen
kann. Welch eine Perspektive!
Helwig Wegner
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