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echt
Glaube
Wie
Jesus mal
ein paar Leuten
das Maul gestopft hat |
Ob es
so etwas wie ein ewiges Leben gibt, darüber haben die Menschen sehr
unterschiedliche Vorstellungen. Das ist heute so, aber auch schon vor
2.000 Jahren gingen die Meinungen weit auseinander. Für die Pharisäer
zum Beispiel ist es eine ausgemachte Sache, dass es eine Auferstehung
der Toten gibt. Für völlig absurd dagegen halten die ebenfalls
sehr frommen Sadduzäer eine solche Idee. Und die geben zur Zeit Jesu
den Ton an in Religion und Gesellschaft.
Was
aber hält Jesus eigentlich von der Auferstehung der Toten? Eines
Tages stellt eine Gruppe von Sadduzäern ihm diese Frage. Sie konfrontieren
ihn mit einem hoch interessanten, aber kniffligen Fall. "Meister",
sagen sie, "im Gesetz, das wir von Mose haben, steht, dass, wenn
einer stirbt und keine Kinder hat, dann soll sein Bruder dessen Frau heiraten.
Dann kann der auf diese Weise seinem Bruder noch Nachkommen verschaffen.
Jetzt haben wir so einen Fall. Da sind sieben Brüder. Der erste heiratet
und stirbt; und weil er keine Nachkommen hat, heiratet sein Bruder seine
Frau. Als dann auch der stirbt, kommt der dritte an die Reihe. Und so
geht das weiter bis zum siebten. Am Ende stirbt dann auch noch die Frau."
Das ist ohne Zweifel eine dramatische Geschichte. Vielleicht hat sie sich
wirklich so zugetragen, wer weiß.
Aber die eigentliche
Frage haben die Sadduzäer noch nicht gestellt. Die kommt jetzt: "Wie
ist das nun in der Ewigkeit? Wessen Frau wird sie nach der Auferstehung
sein? Sie ist ja mit allen verheiratet gewesen! Alle haben sie gehabt."
Wenn es eine Auferstehung der Toten gibt, dann dürfte bei dieser
Familie im Himmel ein ziemliches Durcheinander herrschen, eine Frau und
sieben Männer! Wenn es nur zwei gewesen wären, das hätte
man im Himmel ja vielleicht noch hinbekommen. Aber sieben? Also: Wessen
Frau wird sie dort sein? Oder musst du, Jesus, uns nicht zustimmen, dass
die Ewigkeit eine ganz und gar unglaubliche Vorstellung ist?
| Der
Frankfurter Pfarrer Helwig Wegner leitet das MEDIENHAUS der
Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Er ist Autor von
Radiosendungen und spricht das "Wort zum Sonntag"
(ARD). |
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Die
Ewigkeit ist anders
Jesus reagiert schroff. Er stopft
ihnen das Maul, so heißt es da (Matthäus 22) und antwortet
ihnen: "Ihr kennt weder unsere Bibel noch wisst ihr was von der Macht
Gottes. Wenn die Menschen von den Toten auferstehen, werden sie nicht
heiraten und sich nicht heiraten lassen, sondern sie sind wie die Engel
im Himmel." Die Ewigkeit ist in allem ganz anders als das Leben auf
dieser Welt. Auferstehung heißt auch nicht, dass die mit Uhren zu
messende Zeit ins Unendliche verlängert wird. Unsere kleinen Ordnungen
und unsere engen Vorstellungen zählen dort nicht mehr und selbst
die Ehe gilt nichts im Himmel: "Sie sind wie die Engel", nicht
Mann, nicht Frau, ja vielleicht ganz ohne Gestalt. Jesus hat immer wieder
neu versucht, den Menschen die Augen für die Ewigkeit, das Reich
Gottes zu öffnen. Er hat gezeigt, wie auch im jetzigen Leben schon
etwas von jener größeren Wirklichkeit erahnt werden kann, in
die hinein wir auferstehen. Das Himmelreich ist das Thema der Predigten
und Geschichten Jesu.
Die
letzte Erfüllung
Das Himmelreich ist nahe - das ist
in einem Satz die Botschaft Jesu. Die Trennwand zwischen unserer Wirklichkeit
und Gottes Reich ist dünn. Darum können wir ab und zu etwas
davon kosten, was diese letzte Erfüllung sein wird, ab und zu haben
wir so etwas wie einen Vorgeschmack auf die Ewigkeit. Aber das komplette
Menü kommt erst, wenn wir im Sterben in Gottes umfassende Welt eingehen.
Helwig
Wegner

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