In
einem strengen Winter wird ein Nomadenvolk im Norden Alaskas von einer
Hungersnot heimgesucht. Als man weiterzieht, beschließt der Häuptling
- wie es das Stammesgesetz vorsieht - zwei alte Frauen zurückzulassen,
da sie unnütze Esserinnen sind. Die beiden werden sich selbst überlassen,
der Kälte ausgeliefert
Du
sollst deinen Vater und deine Mutter ehren
Die im vierten Gebot geforderte Verantwortung erfährt heutzutage eine dramatische Aktualisierung: Die Zahl der Alten nimmt stetig zu, die Rentenkosten wachsen entsprechend und die Belastung für die nächsten Generationen erreicht eine kritische Marke. Das ist die wirtschaftliche Seite. Daneben steht die Frage, wie beispielsweise die 60-jährige Tochter mit ihrem über 80-jährigen Vater umgeht. Nimmt sie ihn zu sich nach Hause oder bringt sie ihn im Heim unter? Wie viel Kraft hat sie eigentlich? Schließlich ist sie selbst nicht mehr die Jüngste. Das vierte Gebot nimmt ihr die Entscheidung nicht ab. Es sagt nur: Vergiss nicht den Zusammenhang der Generationen. Vor dir waren deine Eltern, so wie nach dir Jüngere kommen, selbst wenn du keine eigenen Kinder hast. Und wenn du für den Vater einen Heimplatz suchst, dann tue das, weil das die beste Lösung für ihn ist. Oder: Entscheide dich genau aus diesem Grund dafür, ihn zu dir zu nehmen.
auf das du lange leben wirst
Das ist überraschend. Die Menschen sind doch immer davon ausgegangen, dass die Kinder die Zukunft sind. Und hier wird meine Zukunft damit verknüpft, dass ich die Eltern ehre und so meine Herkunft achte. Wer sich als ein Glied in der Generationenkette sieht, gewinnt die Zukunft gerade dadurch, dass er seine Herkunft achtet. Helwig Wegner
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