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Heinz Eschenbacher, 49, ist Pastor der Freien Evangelischen Gemeinde
Mannheim und Vorsitzender der "Promise Keepers Deutschland".
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Jutta Lutzi, 46, ist Diplom-Psychologin im Zentrum Seelsorge und
Beratung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.
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Sich durch
Notlügen zu schützen ist vor Gott nicht Rechtens. Wer
einen Freund oder Partner etwas fragt, hat das Recht, die Wahrheit
zu erfahren. Statt Geschichten zu erfinden, sollte man offen sagen,
wenn man über etwas nicht reden möchte.
Unsere Gesellschaft
leidet darunter, dass Kalkül und Diplomatie im Vordergrund
stehen. Ehrlichkeit fehlt in vielen Beziehungen. Man kann sich
überall so schön mit einem Jein und falschen Geschichten
durchschlängeln - auf Dauer trägt das jedoch nicht.
Wenn man etwas
falsch gemacht hat, muss man seine Sünden offen bekennen.
Notlügen schaden Beziehungen immer, auch wenn kurzfristig
scheinbar Ruhe einkehrt. Krisen dagegen können zur Heilung
führen.
Vor allem
Männer wollen oft Helden sein und haben Schwierigkeiten,
auszudrücken, was sie bewegt. Sie sagen oft lapidar etwas
daher, um Dinge vom Tisch zu wischen. Wir "Promise Keepers"
wollen Männer sprachfähiger und damit ehrlicher machen.
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Offenheit
und Vertrauen sind wichtige Grundlagen für Beziehungen. Was
"die" Wahrheit ist, ist jedoch oft nicht so einfach
zu klären. Jeder Mensch sieht die Dinge aus seiner individuellen
Perspektive. Zeugenaussagen können sich ziemlich unterscheiden,
obwohl jeder "die" Wahrheit gesagt hat.
"Wahrheit"
ist ein Produkt von Verständigung - und dazu braucht es Diplomatie
im Sinne von Klärung der verschiedenen Sichtweisen. Die Wahrheit
zu sagen ist kein Wert an sich, sondern dient den Menschen als
Orientierung in ihren Beziehungen.
Jeder hat
die Verantwortung nachzudenken, welche Wirkung die eigenen Worte
auf das Gegenüber haben. Manchmal kann es angebracht sein,
etwas nicht so zu sagen, wie man es sieht, weil der andere es
womöglich so nicht verstehen oder ertragen kann.
Wie man etwas
sagt, ist nicht nur eine Frage von wahr oder falsch, sondern es
geht darum, was zum Ausdruck gebracht werden soll. So kann hinter
einer Übertreibung ein Bedürfnis nach Anerkennung stehen.
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