Titelseite der Ausgabe 3 / 1993



Als 1993 die erste Ausgabe von echt erschien, kam das einer kleinen Revolution gleich. Eine Zeitschrift, mit der sich eine Landeskirche viermal jährlich per Post bei ihren Mitgliedern meldet - so etwas gab es bis dahin nicht. Das ungewohnt bunte Layout und die nicht nur rein kirchenbezogenen Themen spalteten die Leserschaft und machten echt zu einem Politikum, das auch in Spiegel und Focus hohe Wellen schlug.

Zehn Jahre echt







Rückblick

Von "Blasphemie" und "Ausverkauf des Glaubens an die Popkultur" war ebenso die Rede wie von "längst fälliger Offenheit", "unideologischer Darstellung" sowie "Frische, die der Kirche gut tut". "Die erste Kirchenzeitschrift, die ich von vorn bis hinten lese", jubilierte ein Leser, während ein anderer befand: "echt ist echt das Letzte." In der Tat war manches ungewohnt: Pfarrerinnen und Pfarrer sahen ihre Gottesdienste von Prominenten wie Nina Ruge, Jürgen Grabowski, Peter Hunold, Holger Weinert oder Petra Roth kritisch bewertet und eine schrille Karikatur zierte die letzte Seite.

Titelseite der Ausgabe 3 / 1995Dialogmedium und Kirchenhotline
Einige hatten entdeckt, dass das Wort "Jesus" eindeutig unterrepräsentiert sei, andere wiederum fragten irritiert: "Ist eure Kirche denn wirklich so schön bunt wie echt?" Nach und nach jedoch rückten die Inhalte in den Vordergrund und echt entwickelte sich mehr und mehr zu einem Dialogmedium in Sachen Kirche. Das Redaktionstelefon wurde schnell zu einer Art "Kirchenhotline", der Briefkasten zum Kummerkasten. Ob bei Fragen zu Trauung, Taufe und Konfirmation oder persönlichen Problemen - Leserinnen und Leser suchen Kontakt zur Redaktion, die auch an kirchliche Beratungseinrichtungen weitervermittelt.

Titelseite der Ausgabe 2 / 1997"Liebesbriefe" per E-Mail
Manch Skurriles hörten wir am Telefon: Beispielsweise die erregte Anfrage, ob ein Gemeindepfarrer denn wirklich mit Mitarbeitern in der Kirche Bier und Wein trinken dürfe. Auch wenn ihnen der Strom gesperrt wurde oder die Kleider in der Reinigung verschwanden, war das Lesern einen Brief wert. Der Begeisterung der Redaktion indes, die im Sommer 1999 plötzlich haufenweise Liebesbriefe per E-Mail erhielt, folgte schnell die Ernüchterung: Teenies hatten über Internet-Suchmaschinen nach Kontakten zur angesagten deutschen "Boygroup" Echt gesucht und waren irrtümlich an die Redaktionsmail geraten. Doch auch eine echte Beziehung hat echt "gestiftet": Eine junge Frau hatte sich unsterblich in das Foto eines Mannes aus der Straßenumfrage verliebt und bedankte sich bei uns, nachdem sie ihren Angebeteten per Telefonbuch aufgespürt und kennen gelernt hatte.

Titelseite der Ausgabe 2 / 1999Servicelisten als Renner
Die echt-Servicelisten steigern die Kontakte zu den Leserinnen und Lesern noch einmal gewaltig. So bestellten über 80.000 die Serviceliste "Wohin wenden, wenn ein Angehöriger stirbt?" und auch das Heft zum Thema "Tod" war schnell vergriffen. Religionskurse und Konfirmandengruppen arbeiten immer öfter mit echt und die regelmäßigen Bestellungen von Klassensätzen steigen stetig. Vor allem Gemeinden fordern große Stückzahlen der Serviceliste "Kirchliche Praxis", legen sie ihren Gemeindebriefen bei oder überreichen sie neu Zugezogenen. Die Listen mit hilfreichen Adressen zu den Themenschwerpunkten unseres Magazins werden regelmäßig abgerufen. Zahlreiche kirchliche Einrichtungen übernehmen sie oder verlinken sie mit ihren Websites. All das, was kirchenintern für Diskussionsstoff sorgte, beschäftigte auch die echt-Leserinnen und -Leser. Ob es um den "Muezzin-Ruf" in Deutschland, Mobilfunkantennen auf Kirchtürmen oder unlängst um die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare ging - das Redaktionstelefon stand nicht still. Und vor kurzem randalierte ein Mann in der Redaktion, weil "alle Pfarrer Heuchler seien". Erst durch einen Polizeieinsatz konnte er zur Raison gebracht werden. Titelseite der Ausgabe 1 / 2000

Titelseite der Ausgabe 2 / 2002echt als Markenzeichen
Die Tatsache, dass die Zeiten längst vergangen sind, als Leser an die Redaktion LICHT oder ACHT schrieben, beweist ebenfalls, dass echt zu einem Markenzeichen geworden ist. Prominente wie Maren Kroymann, Henry Maske, Hans Eichel, Reinhold Messner oder Dietmar Schönherr stellten sich in Interviews den Fragen der Redaktion und drei aktuelle Magazine zum Deutschen Evangelischen Kirchentag 2001 in Frankfurt machten echt endgültig überregional bekannt. In Zusammenarbeit mit dem landeskirchlichen Evangelischen Medienhaus sowie der Evangelischen Kirchenzeitung gab die Redaktion drei aktuelle Hefte heraus, die neben aktueller Berichterstattung ausgewählte Tipps für die Tagesplanung boten. Bereits Ende 2000 hatte die Synode echt für weitere fünf Jahre beschlossen. Eine neue, beim Institut IFAK in Auftrag gegebene Akzeptanzuntersuchung, übertraf die positiven Vorgaben aus der ersten Untersuchung von 1995 - echt wird von 77 Prozent der Adressaten gelesen und erreicht damit über drei Viertel der Mitglieder unserer Landeskirche. Wir freuen uns darüber und wünschen uns weiterhin aufmerksame und kritische Leserinnen und Leser.

Redaktion echt

 

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