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15 Jahren hier, da wachsen einem die Tiere sehr ans Herz“, berichtet Elisabeth. Mehrmals am Tag gehen die agilen Damen in die Gehege. Und schon
sitzen die bunt gefiederten Papageien, Kakadus und Aras abwechselnd auf ihren Schultern. Während Rico, Elisabeths Liebling, frech an den Knöpfen ihrer Bluse knabbert, nimmt ein Kakadu Frau Enulats Brille ins Visier.
„Hey, lass das, die brauch ich noch“, ruft die alte Dame erheitert.
Katz und Hund als Elixier
An einem der vielen Tische im Wintergarten sitzen fünf Frauen und schnippeln den Berg grüner Bohnen, der vor ihnen auf dem Tisch liegt. „Die sind
für die Schnippelbohnensuppe morgen“, sagt Maria Müller, die Mutter des Pflegeheim-Leiters. Gemeinsam mit ihrem Mann gründete sie 1974 das Heim und kommt noch täglich zum Helfen. „Früher war das mal ein
landwirtschaftlicher Betrieb, dann ein Gasthof, schließlich haben wir auf Wunsch der Gemeinde ein Pflegeheim daraus gemacht“, erzählt sie. Die Idee mit dem Einsatz von Tieren als therapeutischen Helfern ist der
Familie zufällig gekommen: „Hier liefen schon immer Hunde und Katzen herum und wir merkten, wie schön das die alten Menschen fanden, also schafften wir nach und nach mehr Tiere an“, erläutert ihr Sohn. Während zu
Füßen einer Gruppe alter Damen ein kleiner Hund schläft, hat es sich ein Papagei auf den Schultern eines Mannes bequem gemacht.
Ein wenig abseits, die milden Strahlen der Frühlingssonne im Rücken, sitzen mehrere Bewohner still nebeneinander. Rauchend, träumend, einer summt
leise vor sich hin. „Tulpen aus Amsterdam“, sagt Maria Müller lächelnd. „Ja“, erwidert er. Draußen eilt derweil der 69-jährige Ernst Stratmann auf dem Hof hin und her, guckt nach dem Pferd, kümmert sich dann um die
Kaninchen. „Ich habe ein Auge auf all das hier“, erklärt der ehemalige Landwirt stolz. Schon seit elf Jahren lebt er bei den Müllers und ist kein Einzelfall. „Die Leute sterben hier nicht so schnell. Dafür haben sie
keine Zeit“, sagt Müller lächelnd.
Nathalie
Heinke
www.pflegeheim-mueller.de
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