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Dieses Jahr ist Advent und Weihnachten anders. Ich glaube, dass wir gerade in diesem Jahr ein solches Fest brauchen, damit wir nicht in das Lied vom Tod einstimmen und am Ende noch nach der Pfeife des Todes zu tanzen beginnen. Denn selten wird uns klarer, was für ein Geschenk das Leben ist, als in den Zeiten, in denen der Tod uns nahe rückt. Am Tag der Geburt Jesu ein Fest zu feiern ist im wahrsten Sinne des Wortes widersprüchlich. Es widerspricht dem Töten und der Gewalt. Weihnachten, das Fest des neuen Lebens, setzt gegen Angst und Bedrohung den Widerspruch Gottes. Es setzt gegen den Krieg der Menschen Gottes Frieden. Das Weihnachtsfest gibt unserer schwindenden Hoffnung neue Zuversicht. Festtage wie Weihnachten sind dazu da, dass ich mich neu orientiere und ausrichte. Das gilt übrigens auch für jeden der 52 Sonntage eines Jahres. Hier kann ich Kräfte sammeln, wenn ich müde bin und niedergeschlagen. Nicht nur der müde gewordene Körper, sondern auch meine Seele erhält wieder Spannkraft. Deswegen brauche ich Fest- und Feiertage gerade dann, wenn ich traurig bin und ratlos oder ängstlich. Ich brauche diese Tage, um Menschen zu treffen, für die ich während des Arbeitens keine Zeit habe. Ein Fest in kleiner oder großer Gemeinschaft zu feiern, in Familie und Gemeinde, das zeigt mir, wovon ich wirklich lebe. Deswegen sollen wir den „Feiertag heiligen“, wie es im dritten der zehn Gebote heißt. Wer dem neuen Leben in Zeiten des Krieges Feste feiert, wer im Jahr 2001 Advent und Weihnachten feiert, gibt mehr noch als sonst der Friedensverheißung Gottes einen Platz. Und wenn wir in diesem Jahr die alten Weihnachtslieder singen, dann ist die Gefahr nicht mehr so groß, ins Lied des Todes einzustimmen. Helwig Wegner |
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