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In der Christoph-Dornier-Klinik für Psychotherapie lernen Patienten Ängste selbst zu steuern, indem sie intensiv mit ihnen konfrontiert werden. Mit Erfolg: Auch fünf Jahre nach der Behandlung erklären über 80 Prozent der ehemaligen Patienten ihre Angstkrankheit vollständig überwunden zu haben.
Nach einigen erfolglosen Gruppentherapien las der Verzweifelte zufällig von der Christoph-Dornier-Klinik und ließ sich dorthin überweisen. Seit 1993 gibt es die Privatklinik, die sich durch ihre Behandlungsmethoden und hohen Erfolgsquoten auch international einen Namen gemacht hat. Jeder der 40 Therapeutinnen und Therapeuten ist während der dreiwöchigen Behandlung für nur einen Patienten zuständig und begleitet ihn intensiv. Diplom-Psychologin Judith Schild (28) erarbeitete mit Gerhard Herzog zunächst eine „Rangliste“ seiner Ängste. „Mir wurde klar, dass ich die größte Angst vor ‚Smalltalk‘ habe“, erklärt Herzog. Er wurde in seine Extremsituation gebracht: Mit fünf Therapeutinnen musste er in lockerer Runde über Vorlieben im Urlaub plaudern. Konfrontation mit der eigenen Angst als Grundprinzip der Therapie.
Auch Gerhard Herzog hat sich nach einer halben Stunde Gespräch sichtbar entkrampft und erzählt angeregt vom Urlaub: „Ich konnte genau spüren, wie ich plötzlich lockerer wurde.“ Warum jedoch etwa ein Vielflieger nicht irgendwann automatisch seine Flugangst verliert, erklärt Klinik-Mitbegründer Bents: „Jeder lenkt sich normalerweise mit unterschiedlichsten Strategien von seinen Ängsten ab. Die Patienten dagegen lernen, sich bewusst in Angstsituationen hineinzubegeben, mit ihnen vertraut zu werden und sie selbständig zu steuern.“ Beim Kampf gegen die Angst müsse man im Training bleiben, meint Therapeutin Judith Schild. So bekommt Gerhard Herzog am Therapieende „Hausaufgaben“ mit auf den Weg: „In seinem Heimatort in einen sündhaft teuren Bekleidungsladen gehen, sich alle Anzüge bringen lassen und dann doch nichts kaufen.“ Jörn
Dietze |
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