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Pro:
Gisela Nüssler, 42, ist Referentin im Stab Jugend- und Sportentwicklung
bei der Deutschen Sportjugend.
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Contra:
Gerd Schröder, 69, ist seit seiner Pensionierung im Jahre 1998 aktiv
beim Freiwilligenzentrum Rüsselsheim, das dem Deutschen Caritasverbund
angehört.
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Ich
Vereine kombinieren sinnvoll langfristiges und kurzfristiges Engagement.
Kurzfristiges Engagement, zu dem viele Menschen bereit sind, braucht
die kontinuierliche Arbeit Einzelner wie zum Beispiel eines Vorstandes.
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Obwohl
die Aufgabe mancher Vereine durchaus zeitgemäß ist, sind die Führungsstrukturen
in den überwiegenden Fällen verkrustet und ehrenamtliche Funktionäre
mit ihren Aufgaben überfordert. Wer einmal gut Fußball gespielt
hat, kann und will noch lange keine Ämter übernehmen.
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Feste
Verbindlichkeiten einzuhalten gehört zur Professionalität Ehrenamtlicher.
Das gilt für den Sport genauso wie für andere Betätigungen. Außerdem
ist es sinnlos, in einer Mannschaft zu trainieren, wenn es vom Zufall
abhängt, wie viele Leute gerade erscheinen.
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Da
die traditionellen Werte wie Verbindlichkeit oder Ehre abgebröckelt
sind, braucht es andere Motivationen für zeitgemäßes Engagement:
zum Beispiel, sich Aufgaben gezielt und flexibel nach aktuellen
Interessen und Betroffenheiten auswählen zu können.
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Vereine
sind ein Stück gelebte Demokratie und übernehmen gesellschaftliche
Verantwortung. Sie haben weitaus größere Möglichkeiten etwas zu
erreichen als Einzelne. In eigener Sache haben ihre Verhandlungen
mit dem Staat, Freistellungen und Vergünstigungen für Ehrenamtliche
erwirkt.
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Unser
Freiwilligenzentrum pflegt intensive Kontakte zur Politik und arbeitet
bei Schulung und Begleitung Ehrenamtlicher auch mit der Volkshochschule
zusammen. Auch der Staat hat gemerkt, dass er neue Wege gehen muss
und nicht nur die klassischen Vereine unterstützen darf.
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Vereine
sind für die Gesellschaft unbezahlbar. Das, was Ehrenamtliche in
den Vereinen leisten, müsste man anderswo sehr teuer einkaufen.
Gemeinschaftserlebnisse wirken gerade in Zeiten zunehmender Individualisierung
stabilisierend.
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Ehrenamtliches
Engagement darf auf keinen Fall ein Jobkiller sein. Wenn – wie in
unserer Stadt – die hauptamtlichen Kräfte in den Bibliotheken aus
Kostengründen durch ehrenamtliche ersetzt werden, so halte ich das
für eine grundsätzlich falsche Entwicklung.
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