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Pro:
Irene Dänzer-Vanotti, 43, Journalistin in Düsseldorf und Hamburg,
ist an der Vorbereitung der Open-Air-Veranstaltungen für den
Kirchentag 2001 in Frankfurt beteiligt.
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Contra:
Dr.
Peter Scherle, 43, ist Pfarrer an der Lutherkirchengemeinde in Wiesbaden.
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Christlicher Glaube und Esoterik sind gut miteinander vereinbar, denn in der Esoterik geht es um das Aufgehoben-Sein in der Welt. Auch
das Göttliche bedenkt die Esoterik immer mit, denn für sie ist der gesamte Kosmos von göttlicher Kraft durchströmt.
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Esoterik ist mit christlichem Glauben unvereinbar, da eine gottlose Energie alles durchdringt. Somit kann man in der Esoterik keine
Erfahrung mit Gott machen, weil es ihn als Gegenüber nicht gibt.
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Die christlichen Kirchen können von der Esoterik profitieren, denn sie bietet ganzheitliche Formen, die Menschen mit Körper, Geist und
Seele ansprechen. Die evangelische Kirche konzentriert sich in ihren Gottesdiensten vor allem auf das Wort und vernachlässigt dabei die Sinnesfreude..
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Esoterik läßt Intuition und Erfahrung als einzige Wahrheitsquellen gelten. Die Kirche hingegen muß die Erfahrung von Einzelnen immer im
Gespräch mit der Bibel und den Menschen vor und neben uns vermitteln. Wo diese Überprüfbarkeit verweigert wird, sollte sich die Kirche scharf abgrenzen.
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Ich finde es gut, wenn in der Esoterik christliche Traditionen neu entdeckt und für das 20. Jahrhundert interpretiert werden. Über die
Beschäftigung mit den Rezepten von Hildegard von Bingen beispielsweise haben viele Menschen auch deren Spiritualität wiederentdeckt..
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Für mich ist es eine Kampfansage, wenn die Esoterik Christliches aus dem ursprünglichen Zusammenhang reißt und in ein anderes Weltbild
stellt. Christliche Praxis und Werte werden dadurch verfälscht, da die Esoterik einen gnadenlosen Glauben an Selbsterlösung beinhaltet.
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Die Kirchen sollten verstärkt den Dialog mit der Esoterik suchen - zum Beispiel auf den Kirchentagen, denn Esoterik beschäftigt sich
ernsthaft mit großen Lebenszusammenhängen und der Stellung des Einzelnen darin. Aber die Kirche darf nicht bloß das zurückholen wollen, was sie glaubt an die Esoterik verloren zu haben.
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Die Kirche soll sich von der Esoterik abgrenzen, sich aber mit ihr auseinandersetzen. Dabei kann sie ihren eigenen Reichtum an
spirituellen Formen wiederentdecken. Ein Dialog mit der Esoterik ist kaum möglich, da sie lediglich die verschiedenen Erfahrungen von Einzelnen als Wahrheit definiert.
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