„Aber ich sage, es war so...“
Im Heimatmuseum Oberrosphe erwachen Erinnerungen zum Leben

 

„Als ich einmal sehr krank wurde, zog das ganze Leben so an mir vorüber und ich dachte mir: Du weißt doch noch so viel. Das mußt du doch eigentlich aufschreiben und weitergeben“. Gretel Fourier, 69 Jahre alte Bauersfrau aus Oberrosphe, sitzt im Dorfmuseum „Alter Forsthof“ und erzählt: von den über 20.000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit, mit denen sie und andere Dorfbewohner den alten Forsthof wieder zu einem Kleinod machten und von Zeiten, als der Hof ihr Zuhause war.
Einer ihrer Mitstreiter, mit denen sie 1983 die Goldmedaille im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ in ihren Heimatort holte, ist Förster Hans Bertram: „Oberrosphe ist auch meine Heimat geworden“, sagt der Mann aus der Kasseler Gegend und fügt hinzu: „Der Ort, hat eine sehr interessante Geschichte und ein hohes Alter, und wird dennoch von größeren Orten einfach untergebuttert. Und ich kann es auf den Tod nicht verknusen, wenn jemand ungerecht behandelt wird.“
Jörn Dietze, J.Rainer Didszuweit

„Ich bin im Nachbarort geboren und habe dort ein Jahr gelebt. Irgendwann sollte ich dann mit meinen Eltern wieder dahin gehen. Aber selbst die zwei Kilometer Entfernung bedeuteten für mich schlaflose Nächte. Ich war hier aufgewachsen und Oberrosphe meine Heimat. Woanders zu wohnen und zu schlafen war für mich ein Horror. Also weigerte ich mich und blieb.“

Fotos: Heike Rost

„Meine Mutter war Dienstmagd. Sie hat sehr arm gelebt, aber immer gesagt: Ich würde mein Leben nochmal leben. Ich konnte das nicht verstehen, und entgegnete: Wir haben es doch heute viel besser“. Aber sie betonte ,die Feldarbeit hätte ihr immer Spaß gemacht. Zur Armut  bekennen sich ja so wenige Leute. Die sind angeblich alle nicht arm gewesen, aber selbst die Bauern waren nicht reich, sondern haben sich nur so gegeben“.

„Wenn die kleinen Dörfer nicht wären, wären alle größeren Orte wie Wetter oder Marburg nicht - und selbst Frankfurt wäre nicht das, was es heute ist. Die Leute haben irgendwann einmal ihr Leben auf dem Dorf begonnen. Viele haben das leider vergessen oder lehnen es ab, sich zu ihrem Ort zu bekennen. Das tut mir weh.“

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