Aus der Redaktion
„Bei uns gibt es keine Kleinfamilie mit Vater, Mutter und ein oder zwei Kindern“, erzählt Jean-Felix Belinga Belinga. Der Beauftragte für interkulturelle Bildung des Zentrums Ökumene der EKHN stammt aus dem afrikanischen Kamerun und ermöglicht den echt-Lesern, mit seinen Augen auf die bundesdeutsche Kultur, unsere Familien, unsere Rollen als Mann und Frau zu schauen. „Es gibt noch nicht einmal eine Großfamilie mit Vater, Mutter und sieben oder acht Kindern. Es gibt nur eine einzige Riesenfamilie.“
Und damit, liebe Leserinnen und Leser sind wir mitten in der Thematik unseres Heftes: Es geht um Lebensentwürfe und Lebenspläne, es geht um Lebenswege wie auch darum, was für ein Gewicht die Erziehung hat. Und was Kinder brauchen. Zu Letzterem artikuliert der streitbare und renommierte Kindertherapeut Wolfgang Bergmann provokante Vorschläge: „Hört auf, euch ständig auf das Wohl und Wehe eurer Kinder zu fixieren. Das raubt ihnen Spiel- und Erfahrungsräume“, sagt er. Und eine damit verbundene Harmoniesucht hindere Jungs daran, sich mit ihrer Männlichkeit vertraut zu machen.
Darüber ist Jürgen Klopp, einer der populärsten Trainer der Bundesliga, ohne Zweifel hinaus. Umso verblüffender sind die Hintergründe, die der Profisportler im echt-Gespräch für ein authentisches Leben richtungsweisend hält: das Urvertrauen durch die Liebe in der Herkunftsfamilie, eine Ruhe in Gott wie einen „absoluten moralischen Leitfaden“ durch seinen Glauben.
Den hat Schwester Heidemarie, wenn auch zunächst über einige Holpersteine hinweg, fast schon durch ihren Beruf. Als Vertreterin einer aussterbenden Berufsgruppe erzählt die 65-jährige Diakonisse über ihren Lebensweg und was sie trägt: „Ich kalkuliere Gott ein, als wäre er nur für mich da.“
Herzlich
Ihr
Rainer Didszuweit
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